PORN SENSATIONS

Wo liegt die Grenze zwischen Kunst und Pornografie? Porn Sensations widmet sich solchen „Skandalfilmen”, die bei ihrer Veröffentlichung durch die explizite Darstellung von Sex für Aufregung sorgten, Meinungen von Publikum und Öffentlichkeit polarisierten und kontroverse Diskussionen auslösten – im Kampf für eine offenere, liberalere Gesellschaft.

Kino zwischen Kunst und Pornografie
16. September bis 19. Oktober 2016

Die anonym produzierten Stag Films der 1920er-Jahre, als Pornografie noch kein industrialisiertes Massenprodukt, sondern frech, selbstironisch und fantasievoll war, fristeten ihr Dasein noch im Verborgenen. Erst in den 1970er-Jahren brach in den USA mit dem Golden Age of Porn eine neue Ära an. Pornofilme waren erstmals im Mainstream-Kino angelangt. DEEP THROATbewies soziale Sprengkraft und holte das weibliche Mittelschichtspublikum in die amerikanischen Pornokinos, in Deutschland mischte Oswalt Kolle mit der Frage WAS IST EIGENTLICH PORNOGRAFIE? Öffentlichkeit und Politik gleichermaßen auf.

Auch in Japan etablierte sich mit den Pink Films ein Genre zwischen Erotik- und Kunstfilm, das in den 1970er-Jahren mehr als die Hälfte der japanischen Kinofilmproduktionen ausmachte.

Und wo bleiben die weiblichen Stimmen in diesem männerdominierten Genre? Catherine Breillat ist eine von ihnen, in deren Arbeit weibliche Sexualität im Vordergrund steht. Aufgrund der beachtlichen Bandbreite an gezeigten sexuellen Praktiken wurden ihre Filme weltweit heftig diskutiert und sogar zensiert. Mitte der 1980er-Jahre inszenierte das Label “Fatale Media” in San Francisco erstmals „echten“ lesbischen Sex vor der Kamera. Dass Feminismus und Pornografie zusammen gehen, bewies unter anderem die schwedische Regisseurin und Produzentin Mia Engberg mit ihrem Projekt DIRTY DIARIES. Im expliziten Gegenwartskino, das endgültig mit heteronormativen sexuellen Darstellungen aufräumt, finden sich neue Formen, die mit frischem Blick und künstlerischem Anspruch einer Kunstform begegnen, die ihre dunkle Nische längst verlassen hat.

Kuratorin
Julia Fabrick
In Kooperation mit VIS Vienna Independent Shorts werden zwei Kurzfilmprogramme präsentiert:

Dirty Diaries | 3. Oktober | 18:30 | Metro Kinokulturhaus
Acting for the Camera | 14. Oktober | 20:30 | Metro Kinokulturhaus

Infos unter: filmarchiv.at
FB: https://www.facebook.com/events/291907571165647/